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Es geht doch: Abercrombie & Fitch setzt nun auf Übergrößen

Abercrombie & Fitch ändert seine Strategie: Künftig soll die Streetwear des Labels auch in Übergrößen erhältlich sein: Reichte die Damenmode bisher lediglich bis zur Größe 38, werden in Zukunft auch die Größen L und XL zu haben sein. Warum sorgt diese Entscheidung für Schlagzeilen?

Abercrombie & Fitch hat sowohl mit sinkenden Einnahmen als auch einem negativen Image zu kämpfen. Bereits 2006 machte sich der Chef des Unternehmens Mike Jeffries mit seiner Firmenphilosophie unbeliebt. Er erklärte damals in einem Interview: "Wir wollen unsere Sachen nur an gutaussehende, coole Menschen vermarkten und an niemand anderen." Auch bei den Mitarbeitern setzte er seit jeher auf gutes Aussehen, "denn diese ziehen andere gutaussehende Menschen an."

In diesem Jahr folgte der nächste dicke Patzer: Im Rahmen einer Recherche für sein Buch "Die Regeln des Einzelhandels" hatte Robin Lewis mit Jeffries gesprochen und ließ sich weitere bodenlose Äußerungen entlocken. "Er möchte nicht, dass fülligere Personen in seinen Läden einkaufen, sondern nur dünne und schöne Menschen", erklärte der Schriftsteller im Mai dem Wirtschaftsportal "Business Insider".

Neben dem Diskriminierungsvorwurf scheinen solche Aussagen auch aus Sicht eines Unternehmens nicht sonderlich förderlich zu sein. Denn dadurch wird von vorn herein eine ganze Gruppe potentieller Kunden ausgeschlossen, vor allem in den USA, wo etwa 20 Prozent der Jugendlichen stark übergewichtig sind.

Ob der nicht ganz freiwillige Sinneswandel in Richtung Plus-Sizes zu spät kommt, ist abzuwarten. Die ersten Filialen musste Abercrombie & Fitch in Großbritannien jedenfalls bereits schließen.

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