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Die Troyermütze auf dem Vormarsch

Dass die Mode, die auf den Laufstegen der großen Modemetropolen präsentiert wird, nur bedingt etwas mit der urbanen Lebenswelt zu tun hat, zeigt ein derzeitiger Trend in der Herrenmode, den man inzwischen auch auf den Straßen der großen Städte Deutschlands beobachten kann. Männer, die auf ihrem Kopf ein etwas zu klein geratenes Mützchen tragen, das aus der Ferne aussieht wie eine Kippa, die traditionelle jüdische Kopfbedeckung. Bei nähere Betrachtung stellt sich aber heraus, dass es sich dabei doch eher um eine Zweckentfremdung der gerne von Fischern und Hafenarbeitern getragenen Mützen handelt, von denen noch nie ganz klar war, welchen Zweck sie eigentlich erfüllen.

Denn zum Schutz der Ohren sind diese Mützen, die im Norden und auf See gerne zum klassischen Ostfriesennerz getragen werden, viel zu klein. Wieso sie also nicht gleich auf das reduzieren, was sie offensichtlich sind: ein modisches Accessoire. Außerdem strahlen die Troyermützen auch im Großstadtdschungel Erdverbundenheit und Männlichkeit aus. Zwei Attribute, die in der derzeit angesagten Männermode ein bisschen zu kurz kommen und gut zur derzeit zu beobachtenden 'Zurück zur Spießigkeit'-Stimmung passen.

Zu kaufen gibt es die Troyermützen, die auch bei der deutschen Marine zum Einsatz kommen, vor allem in sogenannten Bundeswehr-Shops. Es gibt sie in verschiedenen Grundfarben, Muster sucht man derzeit (noch) vergeblich. Das kann sich aber ändern, sollten sich die Troyermützen flächendeckend durchsetzen. So oder so gilt aber auch für diese kleine Kopfbedeckung, dass man sie in geschlossenen Räumen auf jeden Fall abnehmen sollte. Denn Regen und Wind, wogegen die Troyermütze auf See Schutz bieten soll, sind dort keinesfalls zu erwarten.

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