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American Apparel launcht T-Shirt mit blutender Vagina - Kunst oder Katastrophe?

American Apparel hat es geschafft, mit Hilfe der Designerin Petra Collins ein T-Shirt auf den Markt zu bringen, das wohl auch den letzten Modemuffel den Atem stocken lässt: Auf einem schlichten weißen Schlabbershirt prankt groß, deutlich und mit leuchtend roten Akzenten eine blutende Vagina. Nicht genug der Aufregung hat die Künstlerin auch noch eine Hand dazu gesetzt, die den Eindruck vermittelt, als würde da jemand masturbierend in Großaufnahme abgebildet sein.

Ist das noch Kunst oder einfach eine geschmacklose Katastrophe? Petra Collins ist 2012 frisch bei American Apparel eingestiegen und hatte wohl den Ehrgeiz, mit der ersten Kollektion ein Statement zu setzen – aber wofür? "Ich will die weibliche Natürlichkeit ans Licht holen und allen zeigen, dass es so normal wie Zähneputzen ist, seinem eigenen Körper nahe zu sein – egal wann und wo und wie." lässt Collins alle wissen, die sich die Mühe machen, nach dem tieferen Sinn eines T-Shirts mit blutendem Geschlechtsteil drauf zu fragen.

"Period Power" heißt das Kunststück bzw. das T-Shirt – bei dem Namen ist man fast geneigt, dem Ganzen eine politische Aussagekraft zu geben: Frauenpower, ohne Scham, ohne Tabu und damit auch noch ganz offen umgehen. Wir Deutschen fühlen uns wahrscheinlich an Charlotte Roche und ihren literarischen Aufreger "Feuchtgebiete" erinnert.

Ob American Apparel mit Collins und ihrer Shocking-Serie auf das richtige Pferd gesetzt hat, bleibt abzuwarten. Das Vagina-Shirt gibt’s nach wenigen Wochen auf dem Markt für 32 Dollar also ungefähr 23 Euro - das klingt nicht gerade nach Verkaufsschlager. Allerdings dürfte der Firmen- und Designerin-Name einiges an Bekanntheit dazu gewonnen haben. Je größer die Katastrophe, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für einen Moment sicher hat.

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